Geschichte der Butterhexe

Die Entstehung der Narrenabteilung

Seit dem Jahr 1972 waren einige Fasnachtsbegeisterte aus Remetschwiel, Brunnadern und Ay mit einer kleinen Gruppe, einer Tanzgarde und später einem Elfernrat oftmals aktive Teilnehmer an Narrenumzügen und Preismaskenbällen in der Region. Damals noch unter dem Dach des SV Waldhaus probten sie Tänze und Sketche, die sie auf den verschiedenen Fasnachtsveranstaltungen zum Besten gaben. Nach der Gründung der Eintracht Bannholzer Berg im Jahr 1975 machten eben diese Narren die Durchführung eines Zunftballs, der später dann zum „Bunten Abend“ mutierte, zu ihrer Hauptaufgabe. Auch die Organisation kleinerer Umzüge innerhalb der Ortschaften, das inzwischen obligatorische „Wecken“ am „Schmutzigen Dunnschtig“, die Herstellung einer Narrenzeitung sowie die Durchführung von verschiedenen Kinderveranstaltungen wurden Aufgaben der EBB Narren. Im Herbst/ Winter 1977 wurde durch Anregung des damaligen „Narrenvaters“ Harry Esswein die Kultfigur „Butterhexe“ geschaffen.

Die Sage der Butterhexe von Brunnadern

Im Dorf lebte einmal eine arme, alte Frau, von der man behauptete, sie sei eine Hexe. Selten verließ sie ihre baufällige Strohhütte, es sei denn, dass sie im Sommer zum Beeren- oder Holzsammeln ging. Obwohl sie still für sich lebte und niemandem etwas zuleide tat, fürchteten sie die Kinder. Von dieser Frau nun wusste man, dass sie zweimal in der Woche Butter machte, obwohl sie keine Kühe hatte. Sie wurde beobachtet und belauscht und eines Tages kam man hinter ihr Geheimnis. Während sie den Stößel vom Butterfass handhabte, murmelte sie ihren Zauberspruch: „Rolle di Boll, us jedem Huus en Löffel voll, us’s Vogt’s Huus aber zwee!“ Dabei füllte sich der Stosskübel mehr und mehr mit Rahm, und bald nahm sie lächelnd die fertige Butter aus dem Kübel. Wieder einmal war sie beim Buttermachen, da kam ein junger Mann, und weil die alte Frau hinaus musste, um etwas zu holen, sagte sie zu ihm: „Stoss witter, Fideli, stoß, stoß!“ Also tat er, hob den Deckel vom Stosskübel, sah hinein und gewahrte, dass er ganz leer war. Zugleich sah er einen Zettel unter dem Stosskübel liegen. Neugierig zog er denselben hervor und las darauf den Zauberspruch: „Rolle di Boll, us jedem Huus en Löffel voll, us’s Vogt’s Huus aber zwee!“ In diesem Augenblick kam die alte Frau wieder zurück, und er steckte den Zettel schnell in den Hosensack und ließ den Stößel auf- und nieder-gehen. „Zeig!“ sagte sie, nahm ihm den Stößel aus der Hand und als sie anfing zu stoßen, lief dem jungen Mann aus beiden Hosensäcken Butter heraus. Vor Schreck gab er schleunigst der lachenden Alten den Zettel mit dem Zauberspruch zurück, und im gleichen Augenblick versiegte der Butterstrom aus seinen Hosensäcken.
(Quelle: Weilheim, Ortschronik von Hans Matt-Willmatt, 1977)

Angeregt durch diese alte Sage aus dem Ortsteil Bannholz entstand mit fantasievollen eigens entworfenen und selbstgenähten Kostümen sowie den im Kunsthandwerk produzierten ersten 6 Holzmasken die „Butterhexe“. Dieses „Original“ sowie auch eine kleine Plakette wurde bei den Fasnachtsumzügen 1977/ 1978 in Tiengen, Höchenschwand und Remetschwiel der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus der damals noch grob und böse dreinblickenden „Butterhex“ wurde durch Einsatz geschickter Finger und später einer schnellen PC Maus die knollnasige, gutmütig grinsende, leicht übergewichtige „Butterhexe“, die über Weilheim rauscht. Nachdem im Lauf der Jahre der Elferrat erst zu einem Narrenrat umgewandelt und später seine Tätigkeiten mangels Interesse völlig eingestellt hatte, gab es im Jahr 1993 eine neue Entwicklung. Erstmals durften auch die Herren unter die Maske und in das Gewand der „Butterhexe“. Mit zur Zeit ca. 3o Masken und einigen teils noch zahnlosen weiteren „Hästrägern“ stellen die Butterhexen eine attraktive und gerngesehene Gruppe an den verschiedenen Umzügen in der Region dar, die sich sehr über weitere neue begeisterte Narren freut.